Nervensystem Regulation - eine Morgenroutine

04/02/2026

Lesedauer ca. 3 min.

Malen als Morgenroutine. Das klingt erst mal elegant, fast schon ein wenig nach Schaufenster. Nach etwas, das man gerne nach aussen präsentiert. Und wenn ich ehrlich bin, tue ich das hiermit ja auch. Es hat eine ganze Weile gedauert, bis ich mich dazu entschliessen konnte, über diese neue und kostbare Gewohnheit zu schreiben oder sie gar zu zeigen.

Vielleicht lag es daran, dass ich selbst ein wenig voreingenommen war. Oft wirkt diese Welt der sozialen Medien so perfekt und glattgebügelt. Gerade beim Thema Selbstfürsorge entstehen schnell falsche Vorstellungen darüber, wie eine Routine auszusehen hat und wie makellos die Menschen sind, die sie praktizieren.

Mein Leben ist nicht perfekt und ich bin es auch nicht. Die Einzige in meiner Familie, die Perfektion für sich beansprucht, ist meine Katze und bei ihr finde ich das absolut gerechtfertigt. Man hat es eben oder man hat es nicht. ;) 

Ich will hier auch gar nicht den Eindruck erwecken, dass es mir jeden Morgen leichtfällt, diese neue Gewohnheit umzusetzen. Es gelingt mir aktuell zwar oft sehr gut, aber es fällt mir keineswegs einfach so in den Schoss. Ich merke nur schlichtweg, wie gut es mir tut.

Da mir das Thema Nervensystem Regulation sehr am Herzen liegt, möchte ich mich auf diese Weise ausdrücken. Vor einiger Zeit lernte ich Menschen kennen, die tief in dieser Thematik verwurzelt sind und mich auf eine Reise mitgenommen haben. Dafür bin ich unglaublich dankbar. Dieses Gefühl der Dankbarkeit motiviert mich wiederum, das Erlernte ein Stück weit weiterzugeben. Nicht als Anleitung, sondern als einen persönlichen Erfahrungsbericht aus meinen Augen.

Ich weiss heute nicht, wie mein Leben ohne dieses Wissen verlaufen wäre. Wahrscheinlich wäre es weiterhin konstant sehr stressig und ungesund geblieben, sowohl körperlich als auch seelisch. Heute Morgen zum Beispiel bin ich aufgewacht und spürte sofort diesen unterschwelligen Stress, den ich vor allem von früher her kenne. Mein Puls war hoch, obwohl ich noch im Bett lag, meine Gedanken rasten in alle Richtungen und mein Bauch fühlte sich verkrampft an. Mit genau diesem Gefühl bin ich jahrelang aufgewacht, eingeschlafen und durch den Tag gegangen. Für mich war das Normalität. Es brauchte erst einige Aufweckmomente in meinem Leben, um das überhaupt zu erkennen und auch jetzt braucht es nach wie vor Übung, um den Unterschied im Alltag wirklich wahrzunehmen. 

An solchen Tagen hilft es mir ungemein, das Innere auf Papier zu bringen. Es muss nichts darstellen und im klassischen Sinne auch nicht hübsch sein. Es gibt keinen Anspruch, dass es jemandem gefallen oder gar verkauft werden muss. Es ist ein intimer, ehrlicher Moment mit mir selbst. Ein Moment, in dem mein Inneres wieder gerne in meinem Körper zu Hause ist. Es mag abgedroschen klingen, aber für mich ist es ein echter Reset. Ich könnte Bücher darüber schreiben und ganze Leinwände damit füllen.

Mir ist bewusst, dass manche bei diesem Thema die Augen rollen werden, weil sie es nicht nachvollziehen können oder wollen. Das ist völlig in Ordnung. Es gibt unzählige Wege, sich selbst etwas Gutes zu tun und sich kennenzulernen. Jeder Mensch darf das finden, was wirklich passt. Bei mir ist es momentan das Malen von Gefühlen.

Wer weiß, vielleicht verändert sich das irgendwann wieder. 

Ich lasse mich gerne davon überraschen.


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