Vom Winde verweht
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Das nächste Element, welches sich nun zu der Erde und dem Wasser gesellt, ist die Luft. Ein Element, welches für uns Menschen nicht nur lebensnotwendig ist, sondern uns auch täglich ein kleines "Willkommen" und einen kleinen "Abschied" schenkt. Jeder Atemzug hält einen Hauch von Leben und mit jedem Ausatmen einen Hauch von Tod in sich. Es ist fast schon so, als könnte dieses Element in seiner eigenen Art zu sein nicht gegensätzlicher sein.
Was bedeutet Luft für dich? Eine Frage, die ich mir zu jedem der Elemente, die ich bis jetzt gemalt habe, gestellt habe. Ich kann es nur empfehlen, sich mal mit dieser Frage hinzusetzen und das bewusst wahrzunehmen. Wir Menschen leben umgeben von all den Elementen in tiefer Symbiose und zumindest mir geht es oft so, dass ich das im Alltag vergesse.
Anfangs hatte ich ein total anderes Bild im Kopf, eines von absolut minimalistischer Art. Halt so, wie ich mir auf die Schnelle das Element Luft vorstelle. Irgendwie eine oder zwei Linien, sehr intuitiv auf die Leinwand gemalt, und das war's. Vielleicht stellst du es dir ja ähnlich vor?
Als ich anfing, habe ich viel zu viel Wasser auf der Leinwand gelassen. Meine Farben haben sich im Sand verlaufen und irgendwie sah es aus wie ein riesengrosser Fleck oder von der Form her schon eher wie eine Kuhflade, haha. Nun ja, ich dachte mir, es soll halt so sein. Wie immer mache ich weiter und sehe, was es in sich trägt.
Mit der Zeit und ich liess mir deutlich mehr Zeit für dieses Werk spürte ich, dass ich nach wie vor solch ein blockierendes Bild von dem Element in mir trage. Wieso ist das so? Und woher kommt das eigentlich? Es ist mir eingefallen, dass die Elemente generell ja oft in sehr einfachen Formen gezeigt werden und Luft meist etwas sehr Einfaches, "Pustendes" hat. Ich fühlte mich wie ein Teenager, der aus irgendeinem unsicheren Grund einfach mal das anzieht, was eh alle anziehen und gerade im Trend ist. Dieses Verhalten trage ich offensichtlich auch in Verbindung mit der Elemente Serie in mir.
Nun denn, um eine Erkenntnis reicher, widmete ich mich weiter der Malerei und stellte mir innerlich die Frage, wo und wann ich mit diesem Element in Berührung gekommen bin. Ich wollte meinen klaren, ganz eigenen, zentrierten Blick darauf haben. Und so entstand dieser dritte Teil der Serie, welcher mich daran erinnert hat, dass ich meinen Blick immer wieder aufs Neue auffrischen darf. Vielleicht sollte ich an der Stelle sogar von Aufwind sprechen.
Luft ist für mich etwas, was mich daran erinnert, sehr stark zu sein, ohne dafür in einer bestimmten Form, Farbe oder Art sichtbar werden zu müssen. Es gibt da keine Grenzen oder Regeln.
Du bist stark, so wie der Wind es sein kann.
Du bist zart, so wie der Hauch einer angenehmen Abendbrise auf deiner Haut.
Du bist mal laut und mal leise.
Und du atmest. Dein Leben lang bist du zutiefst verbunden mit diesem Element.
Die Luft erinnert mich daran, so vieles sein zu dürfen, ohne meinen zu müssen, dass ich es auf nur eine einzige, begrenzte Art zu zeigen vermag. Du wirkst in der Welt, einfach weil du Du bist. Weil du dich in die Welt hineingibst und dich tanzend durch sie hindurchbewegst.
Danke vielmals fürs Mitlesen!
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