de-colours of a restless mind

07.04.2026

Lesedauer ca. 2 min

Wie der Titel schon sagt, handelt es sich bei diesem Werk um eine längere Momentaufnahme eines unruhigen Geistes. Natürlich geht es dabei, wie so oft bei Kunstschaffenden, um den eigenen Geist oder schlicht um die verschiedenen Aspekte des Menschseins.

Für mich ist das Malen seit einiger Zeit zu einem wichtigen Ankerpunkt im Bereich des Nervensystemtrainings geworden. Es hilft mir, mich zu regulieren und wieder zu zentrieren, meinen Körper in einer wichtigen Heilungsphase zu unterstützen, ohne dass ich danach streben oder es gezielt erzwingen müsste. Es passiert einfach - und das offensichtlich schon seit Jahren, ohne dass ich es gemerkt habe.

Ich denke jedoch, dass dieser Aspekt seit Beginn meiner digitalen Arbeit ein wenig kürzergetreten ist. Ich spüre dort nicht dieselbe Regulation wie beim analogen Malen auf Leinwand, Papier oder Wänden. Vielleicht rührt daher das Gefühl, gestalterisch über einige Jahre etwas ausgelaugt gewesen zu sein. Vielleicht kennst du das selbst: dass eine Leidenschaft plötzlich mehr Leiden als Schaffen bedeutet. Dass etwas, das einem eigentlich guttut, sich schleichend wandelt, bis es nicht mehr dasselbe ist.

Seit ich mich intensiver mit dem Nervensystem und dem limbischen System auseinandersetze, bemerke ich, wie beim regulierenden Malen ganz unterschiedliche Aspekte auftauchen. So entstand "Colours of a restless mind" über mehrere Wochen hinweg und zwar ausschliesslich an Tagen, an denen es mir nicht gut ging, an denen ich gedanklich an etwas nagte oder meine eigenen Grenzen missachtete. Jedes Mal griff ich unbewusst zu diesem Bild, um daran weiterzuarbeiten. Erst jetzt, wo es fertig ist, verstehe ich, dass es mir half, die innere Unruhe ganz gezielt nach aussen zu transportieren. Eine Transformation in Farbe und Form.

Je länger ich es nun betrachte, desto mehr Freude und Anerkennung empfinde ich dafür. Lange fand ich es absolut schrecklich und sah nur ein schweres, unlogisches Zusammenspiel auf der Leinwand. Doch das ist es nicht. Es lebt und sucht sich seinen eigenen Weg zum Licht am Ende des Tunnels. In diesem Gedankenkarussell führt das Bild die Augen trotzdem ganz gezielt über die Fläche aus Stoff. 

Es zeugt von einem dynamischen inneren Dialog. Es widerspiegelt eine Zentrierung, die aus meiner Sicht nie geometrisch klar stattfindet, sondern ein stetiges Wachsen und Wandeln ist. Das Bild erlaubt es, Gegensätze nebeneinanderstehen zu lassen, so unlogisch sie auch erscheinen mögen und so wenig sie zu der harmonischen Vorstellung passen, die man von sich selbst hegt.

Das Werk hat seine Entfaltung im reflektierenden Sinne getan und darf nun als ästhetisches Objekt existieren. Als ein Objekt reiner, unperfekter Dialogisierung eines Gedankenkarussells, welches die Schönheit und Stärke genau dieses Prozesses widerspiegelt.


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