Wo gehörst du hin?

22.06.2026

Lesedauer ca. 4  min.

Weisst du es, wo du hingehörst? Oder musstest du dir diese Frage noch nie stellen?

Hast du dich immer zugehörig, zu Hause oder verwurzelt gefühlt? Sich die Frage stellen zu "müssen" ist in diesem Kontext allenfalls auch etwas zu übertrieben, denn "müssen" tun es wahrscheinlich die wenigsten.

Vielleicht ist dies vielmehr ein Zeugnis unserer Zeit und auch abhängig vom Land, in das man reingeboren wurde und somit mit mehr oder weniger Vorteilen beschenkt wurde. Ich kann und darf mir diese Frage stellen, weil ich überhaupt erst mal die Möglichkeit habe, in Sicherheit zu leben, mich poetischen Fragen zu widmen, zu reisen – physisch und auch psychisch gemeint. Ich habe eine blühende Fantasiewelt, in die ich mich jederzeit hineinbegeben kann, einfach so. Ohne Hilfsmittel wie Drogen oder ähnliche Substanzen. Ich habe einen Körper, der mich trägt und der mich von A nach B bringt, ein Körper, der mich reisen lässt.

Wenn man hier in dem Zusammenhang jetzt mal zuerst vom örtlichen "Wo gehöre ich hin" ausgeht, fühlt sich die Frage für mich eher zweitrangig an. Es geht mir in 1. Linie gar nicht um das Äussere. Diese Frage kann man natürlich auch introspektiv stellen und so verformt sie sich in meinen Augen direkt in eine viel spannendere Frage.

Wenn ich dir also die Frage stelle: Wo gehörst du hin? Und zwar im Zusammenhang mit deinem inneren Leben, deiner Seele oder deinem Geist – wie auch immer du es nennen magst – was wäre dann die Antwort darauf?

Wo gehörst du hin? Wo bist du zu Hause?

Für mich ist dies seit Jahren eine Frage, bei deren Tiefe ich noch nicht angekommen bin. Und wer weiss, am Schluss ist es auch keine Frage, sondern vielmehr eine Art Aussage oder eventuell sogar einfach ein durchaus lächerlicher Zeitvertreib sowie ein Luxusgut.

Aber was tut man denn, wenn diese Frage in einem lebt und vielleicht auch gelebt werden will?

Kunst, in jeglicher Form, hilft mir sehr, mich immer wieder mal für einen Moment in diese Frage einfach eintauchen zu lassen, mich fallen zu lassen, ohne das Bedürfnis zu haben, es wirklich wissen zu müssen. Es wirklich verstehen zu müssen. Meine Bilder leben von diesen authentischen Momenten mit mir selbst. In diesen Momenten, in denen diese eine Frage "Wo gehöre ich hin" für einen Augenblick beantwortet ist. Zumindest gefühlsmässig, ohne dass sich der pragmatische Verstand einmischt.

Vor einiger Zeit habe ich zudem mal ein Bild gemalt, welches während eines Kurses entstanden ist, den ich besucht habe. Es war ein Kleingruppen-Seminar, das sich über einen Monat zog, mit dem Thema "Innerer Garten". Ein richtig tolles Erlebnis mit wunderbaren Menschen. 

Dieser Überbegriff des inneren Gartens hielt mich fest und gab mir einen wertvollen Input für ein Bild, das ich erstellt habe. So malte ich eine einfache, eher kindlich aussehende Szenerie von einem Haus mit Garten. Mein innerer, gedanklicher Garten mit Haus. Dieses Bild habe ich nach wie vor als Desktop-Hintergrund, weil es mir so gefällt. Es hatte mir eine Art Verbindung zwischen der äusseren und der inneren Frage erschaffen. Also fast so, als hätte der Prozess des Zeichnens mir die emotionale Antwort und das fertige Bild die äussere Antwort gegeben. Besser kann ich es leider gerade nicht beschreiben, obschon der Kurs schon über ein halbes Jahr her ist.

Es war eine der Erfahrungen im letzten Jahr, die mich unglaublich genährt haben. Einfach auch nur der Punkt, sich Teil von etwas zu fühlen. Verbunden mit Gleichgesinnten und gut aufgehoben in der Art, wie das Ganze durchgeführt wurde. So passend also zu der Frage "Wo gehöre ich hin". Vielleicht sind es verschiedene Orte, Menschen, Gefühle, Situationen oder Ähnliches, die das auch beantworten können. Für spezifische Momente im Leben halt. Wie ein Puzzlestück.


Danke vielmals fürs Mitlesen!

Diese Beiträge sind Teil meiner künstlerischen Reise, die ich hier mit dir teile.

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